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Argumente gegen Sonntagsöffnung

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Argumente gegen Sonntagsöffnung

Warum ver.di sich für den arbeitsfreien Sonntag einsetzt
  • Warum klagt ver.di gegen verkaufsoffene Sonntage?
    Der arbeitsfreie Sonntag ist sowohl im Grundgesetz als auch in unserer Landesverfassung besonders geschützt. Um eine Ausnahme von diesem grundgesetzlichen Schutz zu erlassen, bedarf es einer ausführlichen und nachvollziehbaren Begründung, die strengen Kriterien genügen muss. Wir mahnen schlicht zur Einhaltung dieser Kriterien. Da wo wir der Ansicht sind, dass die Verordnungen nicht den Kriterien entsprechen, behalten wir uns eine gerichtliche Überprüfung vor.
  • Schadet das nicht dem Handel, wenn es keine verkaufsoffenen Sonntage gibt?
    Wir erleben im Handel einen massiven Verdrängungswettbewerb, ausgelöst durch die ausufernden Ladenöffnungszeiten. Darüber hinaus haben viele Handelsbetriebe in den letzten Jahren Tarifflucht begangen. Das verschärft den Verdrängungswettbewerb noch weiter. Verkaufsoffene Sonntage würden die Situation eher noch verschärfen.
  • Wegen der Internetkonkurrenz braucht der Handel die Sonntagsöffnung doch!
    Dieses Argument läuft aus unserer Sicht ins Leere. Viele stationäre Händler haben bereits zusätzliche Onlineshops. Selbst wenn man die Ware an einem Sonntag online bestellt, hat man sie erst in den nächsten Tagen. Der Handel kann im Wettbewerb mit dem Onlinehandel nur bestehen, wenn mit gut bezahltem und ausgebildetem Personal, das fachliche Beratung bietet, die Kunden in die Läden gelockt werden. Leider erleben die Beschäftigten eher das Gegenteil, nämlich einen massiven Personalabbau.
  • Die Beschäftigten arbeiten an einem Sonntag doch freiwillig. Wo ist also das Problem?
    Im Handel arbeiten viele Beschäftigte in unfreiwilliger Teilzeit. Sie hätten lieber Arbeitsverträge mit mehr Stunden, die sie aber meist nicht bekommen. Daher steckt häufig wirtschaftlicher Druck dahinter, sich am Sonntag zur Arbeit zu melden. Darüber hinaus ist die Frage, wie freiwillig z.B. befristete Beschäftigte in ihrer Entscheidung sind, wenn sie um einen Anschlussvertrag bangen müssen.
  • Krankenschwestern und Polizisten arbeiten doch auch am Sonntag. Warum soll das im Handel anders sein?
    Wohl niemand würde abstreiten, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Sicherung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und der Möglichkeit einzukaufen. Die Ausnahmen für Sonntagsarbeiten sind abschließend in § 10 des Arbeitszeitgesetzes aufgeführt. Es handelt sich insbesondere um Tätigkeiten, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, der Erholung und der Versorgung der Bevölkerung dienen. Das rein wirtschaftliche Shoppinginteresse gehört nicht dazu.

Ohne Sonntag wäre jeder Tag ein Werktag!